Für mich bedeutet Yoga in erster Linie Achtsamkeit.
Achtsamkeit ist eine Haltung sich selbst und auch der Welt gegenüber, die ganzheitlich angestrebt einen besonders eindrucksvollen Ausdruck im Yoga findet.
Achtsamkeit ist eine Haltung, die einen friedvollen Weg markiert
In besonderer Weise lässt sich diese Suche nach Haltung auch im Raum der Yogapraxis erkennen, vor allem in den Asanas, jenen bewusst eingenommenen Körperhaltungen, die weit über bloße Gymnastik hinausweisen.
Jede Asana ist eine raumästhetische Geste: Der Körper richtet sich zur Schwerkraft aus, spannt Linien zwischen Erde und Himmel, sucht Gleichgewicht zwischen Spannung und Loslassen, zwischen Nähe zum Boden und aufgerichteter Weite. Was äußerlich wie eine Form erscheint, spiegelt innerlich eine Haltung des Geistes.

Stabilität entsteht hier nicht durch Verhärtung, sondern durch wache Präsenz; Sicherheit nicht durch Kontrolle, sondern durch Vertrauen in das tragende Zusammenspiel von Atem, Körper und Aufmerksamkeit.
Physisch erfahrbar wird so, was existenziell gemeint ist: dass Haltung immer ein dynamisches Gleichgewicht bleibt, ein fortwährendes Nachjustieren im lebendigen Raum des Augenblicks.
Sich achtsam halten
In der achtsamen Ausrichtung einer Asana verdichtet sich daher sinnbildlich, was auch das Leben verlangt – die Bereitschaft, sich aufzurichten, ohne starr zu werden, und sich zu öffnen, ohne den eigenen Halt zu verlieren.


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